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Wie frisch sollte mein Kaffee sein?

12.08.2020
Kategorien: Kaffeewissen
Tags: Fellow
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CO2 und Oxidation

Grundsätzlich ist Kaffee besser, wenn er frisch ist – mit Vorbehalt.

Nach dem Rösten enthält Kaffee viel CO2, das in den darauf folgenden Wochen nach und nach entweicht. Dafür (und nicht primär, um daran zu riechen) ist auch das Ventil am Kaffeebeutel: CO2 kann aus dem Beutel entweichen, womit dieser nicht aufgeblasen wird, Sauerstoff gelangt aber nicht durch das Ventil in den Beutel, damit wird eine beschleunigte Oxidation verhindert.

Zurück zur Frische. Das CO2 wirkt sich auf die Extraktion des Kaffees aus, insbesondere bei der Zubereitung mit einer Espressomaschine oder einem Vollautomaten sollte zu frischer Kaffee vermieden werden.

2-3 Wochen nach dem Rösten

Die meisten Kaffees schmecken zwei bis drei Wochen nach dem Rösten am besten. Das gilt sowohl für Espresso- wie für Filterröstungen. Bei der Zubereitung als Filterkaffee ist ein zu frischer Kaffee allerdings weniger problematisch. Die Extraktion kann auch bei frischem Kaffee gut gelingen, im Aroma verbessert er sich aber meistens in den kommenden 2-3 Wochen auch noch.

Nach 2-3 Wochen wird Kaffee nicht sofort schlecht. Er kann auch noch Monate später ohne Bedenken getrunken werden und durchaus auch grossartig schmecken. Doch nach und nach verliert der Kaffee langsam etwas an Geschmack. Ist der Kaffee bereits gemahlen, verliert er deutlich schneller an Frische und Geschmack, daher sollte der Kaffee möglichst direkt vor der Zubereitung gemahlen werden.

Ist zu frisch wirklich ein Problem?

Während Filterkaffees problemlos auch schon einen Tag nach dem Rösten getrunken werden und auch grossartig schmecken können, raten wir bei Espresso-Röstungen davon ab, diese in den ersten zwei Wochen nach dem Rösttag zu trinken (falls möglich). Die Espresso-Extraktion wird meist zu stark vom enthaltenen CO2 beeinträchtigt, was oft dazu führt, dass der Espresso zugleich unter- wie auch überextrahiert ist (Stichwort «Channeling»).

Es gibt einige Tricks, um sehr frischen Kaffee besser als Espresso zubereiten zu können. Wir können den Kaffee nach dem Mahlen ca. 15 Minuten stehen lassen, bevor wir ihn in der Maschine verwenden. Das beschleunigt das Entweichen von CO2 und kann die Extraktion frischer Kaffees verbessern, doch ist es im Alltag meistens nicht wirklich praktikabel.

Wie bewahre ich den Kaffee am besten auf?

Damit das CO2 und andere Gase entweichen können, haben die meisten Spezialitätenkaffee-Verpackungen ein Druckventil. Dadurch kommt zwar keine Luft rein, der Beutel bläht sich aber auch nicht auf, wenn die Kaffeebohnen Gase abgeben. Idealerweise lagert man den Kaffee also gleich im Beutel, sofern dieser ein Druckventil hat. Wird Kaffee innerhalb von 2-3 Wochen aufgebraucht, so hält er sich im Originalbeutel meist am besten. Um Kaffeebohnen, die bereits einige Tage oder Wochen alt sind und deren Gase deshalb bereits teilweise entweichen konnten, etwas länger zu lagern, sind Vakuum-Behälter wie der Fellow Atmos ideal. Diese erzeugen ein Vakuum im Innern des Behälters, was die Oxidation verlangsamt, womit das Aroma des Kaffees länger erhalten bleibt.

Fazit

  • sein volles Potenzial erreicht Kaffee meistens 2-3 Wochen nach dem Rösten
  • Espressoröstungen wenn möglich nicht vorher trinken – besser etwas im Voraus kaufen
  • Filterkaffees gut auch mal vorher trinken und vergleichen, wie sich Aroma und Geschmack verändern
  • Haltbarkeit meistens problemlos 6 Monate oder auch deutlich mehr
  • geschmacklich lieber nicht 6 Monate stehen lassen, sondern innerhalb von 2-3 Monaten trinken
  • Kaffee möglichst luftdicht in einer Verpackung mit Druckventil aufbewahren wenn er schnell aufgebraucht wird oder in einem Vakuum-Behälter, wenn er mehr als 2-3 Wochen gelagert wird