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Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Wodurch zeichnet sich Kaffee von Drip Roasters aus?

Der Kaffee von Drip Roasters unterscheidet sich von herkömmlichem Kaffee, wie er etwa in den meisten Supermärkten erhältlich ist, meistens nicht nur in der Qualität der sorgfältig ausgewählten Kaffeebohnen, sondern auch im Röstgrad und in den Handelswegen. Da in der Schweiz nach wie vor eine sehr italienisch-geprägte Espresso-Kultur herrscht, verwenden die meisten Cafés eher dunkel gerösteten Kaffee, der meist vor allem bitter schmeckt. Drip Roasters setzen auf hellere Röstungen und damit auf eine eher moderne Art von Qualität und Kaffeegenuss. Der grosse Unterschied liegt darin, dass die vielfältigen Aromen verschiedener Kaffeesorten und spezifischer Anbauregionen bei hellen Röstungen den Weg bis in die Tasse finden. Werden die Kaffeebohnen dagegen dunkel geröstet, verschwinden viele der Aromen bereits bevor die Bohnen die Kaffeemühle erreichen und der Kaffee schmeckt vor allem bitter. Weiter zeichnet sich unser Kaffee durch fairen Handel aus, dazu mehr weiter unten.


Ist Kaffee von Drip Roasters bio?

Es gibt zahlreiche Labels durch die Lebensmittel als «bio» qualifiziert werden. Einerseits helfen solche Labels den Konsumenten, sich beim Einkaufen diejenigen Produkte auszusuchen, welche gewissen Anforderungen entsprechen. Andererseits sind diese Anforderungen bei den verschiedenen Labels sehr unterschiedlich. Dabei fehlen oft wichtige Kriterien für eine nachhaltige Produktion. Auch Arbeitsbedingungen für Farmarbeiter*innen sowie Transport- und Handelswege spielen oft keine oder nur eine sehr kleine Rolle.
Will man Bio-Kaffee verkaufen, muss dieser aber nicht nur den Vorschriften des jeweiligen Labels entsprechend produziert worden sein. Die Kaffeefarmen bzw. die Kooperative muss auch teure Gebühren bezahlen, um bio-zertifiziert zu werden. Diese Gebühren können sich die Betreiber der Farmen oft gar nicht leisten. Können sie dies doch, so tun sie das in der Regel auch mit der Erwartung, ihre Kaffees teurer verkaufen zu können, um das investierte Geld wieder reinzuholen. Leider geht auch diese Rechnung aufgrund von schmutzigen Deals und Mischverkäufen (Stichwörter «combos» und «confidentiales») oft nicht auf. Ist der Kaffee als Rohprodukt bio-zertifiziert, heisst das aber noch nicht, dass er das auch im Café oder Laden sein wird. Denn dafür muss auch der Verarbeitungsbetrieb, also die Rösterei, teure Kosten für die Zertifizierung entrichten. Diese Kosten müssten in der Preisgestaltung damit auch an die Konsument*innen weiterverrechnet werden.

Aus diesen Gründen sind wir nicht bio-zertifiziert und glauben auch nicht, dass wir das sein müssen. Lieber suchen wir selbst diejenigen Kaffees aus, die unseren hohen Anforderungen an eine nachhaltige Produktion und fairen Handel genügen.


Ist Kaffee von Drip Roasters Fairtrade-zertifiziert? Und was ist «Direct Trade»?
Wir sind nicht Fairtrade-zertifiziert. Wieso nicht? Einerseits bringt diese Zertifizierung, wie auch Bio-Zertifizierungen, hohe Kosten mit sich, welche schlussendlich auf die Konsument*innen abgewälzt werden. Aber manchmal lohnt es sich doch, Geld in «etwas Gutes» zu investieren? Das stimmt, aber muss das Geld in Fairtrade investiert werden? Der vorgeschriebene Fairtrade-Preis pro Amerikanischem Pfund Arabica-Kaffee liegt – seit 2011 unverändert – bei USD 1.55-1.60 + 0.30 für Bio. Das entspricht ungefähr USD 3.40-3.53 + 0.66 für Bio pro Kilogramm. Wir bezahlen für ein Kilogramm Grünkaffee (=ungerösteter Kaffee) auch ohne Fairtrade-Zertifizierung in aller Regel zwischen 6 und 15 US-Dollar, oft auch noch mehr. Je nach Kaffee geht ein Teil davon an beteiligte Grünkaffee-Händler, doch der grosse Teil geht schlussendlich zu den Akteur*innen, welche die ganze Arbeit geleistet haben: an die Produzent*innen. Wir investieren unser Geld gerne in fairen Handel und eine nachhaltige Entwicklung in den Anbaugebieten, unterstützen dabei aber lieber die Produzierenden selbst, statt eine Zertifizierung, hinter der wir nicht zu 100% stehen können.
Wir achten beim Einkauf auf Transparenz in allen Bereichen sowie direkte Handelswege: Wenn möglich kaufen wir den Kaffee direkt bei den Produzierenden oder den Kooperativen ein. Ist das logistisch oder vertraglich nicht möglich, können wir auf ein Netzwerk von erfahrenen und verantwortungsbewussten Importeuren zurückgreifen. Auch in diesen Fällen suchen wir aber immer den direkten Kontakt zu den Produzierenden. Dies hilft uns genau so wie ihnen, um Verbesserungen und Optimierungen für die Zukunft vornehmen zu können.
Wenn wir nicht direkt bei den Produzent*innen einkaufen können, setzen wir auf spezialisierte und erfahrene Unternehmen im Bereich des Specialty Coffee Grünkaffee-Imports, die ihrerseits einen direkten Draht zu den Produzierenden haben. Diese haben die Möglichkeit, öfter in die Anbauländer zu reisen als wir selbst, insbesondere da sich viele von ihnen auf ein spezifisches Anbauland fokussieren. Sie verfügen über langjährige Beziehungen mit verschiedenen Kaffeefarmen bzw. ihren Betreiber*innen. Auch in diesem Fall ist dank höheren Preisen, Rückverfolgbarkeit und direkten Handelswegen sichergestellt, dass die Produzierenden einen fairen Preis für ihr Produkt erhalten, von dem sie ihren Lebensunterhalt bestreiten und ihr Unternehmen weiterführen und nachhaltig weiterentwickeln können.


Warum kostet Kaffee von Drip Roasters mehr als Kaffee im Supermarkt?
Der klassische Weg, Kaffee einzukaufen, führt über viele Zwischenhändler*innen. Die Preise sind unglaublich tief und die Produzierenden (Kaffeebäuerinnen und Kaffeebauern), welche die härteste Arbeit leisten und oft unter schlechten Bedingungen arbeiten, erhalten von diesem ohnehin schlechten Preis nur einen Bruchteil – oft nicht genug, um ihren Lebensunterhalt damit bestreiten zu können. Daher leben viele von ihnen in Armut oder müssen ihre Farmen früher oder später aufgeben. Der Kaffeepreis («C-Price») sank an der Börse im April/Mai 2019 auf ein Rekordtief von 87 Cents (US-Dollar) pro amerikanischem Pfund Kaffee – der tiefste Wert seit 2005. Aktuelle Studien (z.B. von UC Davis/WWU Münster/ICO oder von Caravela Coffee) haben ergeben, dass sich die durchschnittlichen Produktionskosten für ein Pfund Kaffee auf 1.05-1.40 US-Dollar belaufen, womit ein Grossteil aller Produzent*innen bei solch tiefen Börsenpreisen mit jedem geernteten Pfund Verluste schreiben – und dies trotz harter Arbeit unter schwierigen Bedingungen.
Wir bezahlen für unsere Kaffees einen deutlich höheren Preis als den viel zu niedrigen C-Price. Ein Kilogramm Rohkaffee kostet uns meistens zwischen 6 und 15 US-Dollar, manchmal auch deutlich mehr – Kosten für die Lieferung, Einfuhr und Mehrwertsteuer kommen hinzu. Das hat zur Folge, dass die Produzierenden:

  • fair für ihre geleistete Arbeit entlöhnt werden.
  • motiviert sind, guten Kaffee anzubauen und zu verkaufen, da sie damit einen grösseren finanziellen Ertrag erzielen können.
  • gewillt und dank finanziellen Sicherheit auch in der Lage sind, beim Anbau und der Verarbeitung ihres Kaffees zu experimentieren – was oft hilft, die Qualität zu verbessern.


Warum ist Transparenz so wichtig?
Nicht nur im Zusammenhang mit dem Kaffeehandel sondern in der Wirtschaft allgemein wird immer wieder Transparenz gefordert. Auf der anderen Seite sind Informationen, die etwa von der Konkurrenz ferngehalten werden können, in einigen Umständen wertvoll und werden deshalb nicht allen zugänglich gemacht. Der Umgang mit sensitiven Informationen ist ein komplexes Thema unserer Zeit. Grundsätzlich stellen wir aber eine Entwicklung fest, die in Richtung von mehr Transparenz geht, und das ist gut so. Unserer Ansicht nach braucht es aber noch viel mehr Transparenz, damit sich Dinge positiv verändern. Ja, in gewissen Umständen ist es wichtig, sensitive Informationen zu schützen, doch genau so wichtig ist es in anderen Situationen, dass Informationen nicht geheim gehalten werden. Konsument*innen achten vermehrt auf die Herkunft der Produkte. Sie steuern mit ihrem Kaufverhalten bis zu einem gewissen Grad den Markt und die Handelsketten. Doch ist eine Information, zum Beispiel über den Kilopreis, den eine Farm für ihren Kaffee erhält, bei keinem der angebotenen Produkte verfügbar, sind die Konsument*innen folglich nicht in der Lage, den Markt in ausreichendem Masse zu steuern. Hier sind alle Beteiligten in der Handelskette gefordert.


Nur wenn man hinschaut und Transparenz einfordert, sieht man, wo Missstände vorhanden sind. Natürlich ist es nicht möglich, alles zu überprüfen, denn auch die Informationen, die einem zur Verfügung gestellt werden, könnten inkorrekt sein. Deshalb ist es wichtig, dass neue Wege eingeschlagen werden. Technologie, wie zum Beispiel Blockchain, kann helfen, Produkte über die gesamte Wertschöpfungskette rückverfolgbar zu machen. Einheitliche Standards könnten geschaffen werden, die Gesetzgebung könnte mehr Transparenz einfordern und mit entsprechenden Kontrollen durchsetzen. Wir als kleine Rösterei versuchen, möglichst viel über den Kaffee, den wir einkaufen, in Erfahrung zu bringen und leisten damit unseren Beitrag zu einer transparenteren Supply Chain. Stellen wir etwas fest, das nicht unseren Vorstellungen entspricht, sprechen wir Produzent*innen und/oder Handelspartner*innen darauf an oder brechen die Handelsbeziehung ab, falls nötig. In den kommenden Jahren wird Transparenz in Supply Chains aufgrund der aktuellen klima- und wirtschaftspolitischen Situation wahrscheinlich ein noch wichtigeres Thema werden.


Was ist «Specialty Coffee»?

Die Specialty Coffee Association (SCA) hat zur Beurteilung und objektiven Bewertung von Kaffee ein System eingeführt, das nun schon seit einiger Zeit als Standard in der Branche gilt. Anhand von vordefinierten Kriterien wie etwa Säuregehalt, Süsse, Mundgefühl oder Abgang wird Kaffee auf einer Skala von 100 Punkten bewertet. Die Evaluierung der Kaffees wird von zertifizierten, erfahrenen Expert*innen durchgeführt, sogenannte «Q-Grader*innen», die sich über Jahre hinweg sensorische Fähigkeiten aneignen, um die Evaluierung objektiv und sachgerecht durchführen zu können.
Kaffees die bei der Evaluierung eine Mindestpunktzahl von 80 erreichen, werden als «Specialty Coffee» bezeichnet. Dies sind aussergewöhnliche Kaffees, die nur einen kleinen Prozentsatz der weltweit produzierten Menge an Kaffee ausmachen und besondere Aromen aufweisen. Sie entstehen durch sorgfältige Produktionsmethoden, die Kaffeekirschen werden oft von Hand gepflückt und die Kaffees werden oft auf spezieller Erde, z.B. in Nähe von Vulkanen oder in Gegenden mit speziellem Klima angebaut. Kaffee kann, ähnlich wie Wein, unglaublich viele verschiedene Aromen enthalten, wovon die verbreitetsten von der SCA auf dem «Flavor Wheel» dargestellt werden. Anders als Wein, wird Kaffee nach der Verarbeitung zu Grünkaffee noch geröstet, wodurch eine noch grössere Vielfalt und Komplexität an Aromen in die Tasse gebracht werden kann.


Was ist «Third Wave Coffee»?
Als «Third Wave Coffee» wird die dritte Entwicklungs-Welle in der Kaffee-Branche bezeichnet.
In den 60er Jahren stieg der weltweite Kaffeekonsum stark an und Kaffee wurde plötzlich überall auf der Welt getrunken. Das wird heute als die erste Welle («first wave») bezeichnet.
Die zweite Welle («second wave») bezeichnete die Zeit, in welcher Kaffee von höherer Qualität in breiteren Kreisen verfügbar gemacht wurde. Grosse Firmen wie Starbucks traten in den Markt ein und machten grosse Geschäfte. Kaffee wurde vom Grundbedarf zum Lifestyle-Produkt. Ausserdem begann man in der Branche, den ganzen Produktionsweg des Kaffees genauer unter die Lupe zu nehmen und man verstand, dass das Herkunftsland sowie die Art, wie Kaffee angebaut und verarbeitet wird, eine grosse Rolle für den Geschmack spielen.
Die dritte Welle («third wave») bezeichnet eine bestimmte Qualität und die Wertschätzung von Kaffee. Es geht dabei nicht nur um den Geschmack des Kaffees in unserer Tasse, sondern ebenso um Aspekte wie Nachhaltigkeit, Fairness und Transparenz. In Third Wave Coffee Shops wird tendenziell Kaffee verkauft, der umweltfreundlich angebaut und bewirtschaftet, danach fair gehandelt (oft auch im direkten Verkauf von den Produzent*innen an die Röstereien), schonend und nicht allzu dunkel geröstet und schliesslich unter Berücksichtigung von aktuellen Kenntnissen der Wissenschaft zubereitet wird.

Statt bitter soll der Kaffee nun meist süss, ausgeglichen und oft auch reich an Fruchtsäuren sein. Statt billig, soll er nachhaltig produziert und fair gehandelt sein und kostet dann halt auch mehr. Statt anonym und mit vielen anderen Kaffees aus allen Ecken der Welt gemischt, soll er sortenrein sein und mit allerlei Informationen zu Herkunft, Anbau und Verarbeitung erhältlich.


Was heisst «Single Origin»?
Übersetzt man «single origin» 1:1 von Englisch bedeutet es «einzige Herkunft». Das beschreibt die Verwendung des Begriffs eigentlich auch bereits ganz gut. Als «single origin» werden Kaffees bezeichnet, die von einer einzigen Farm, aus einer einzigen Ernte, aus einer einzigen Region oder manchmal auch einfach aus einem einzigen Land stammen.
Immer mehr trifft man heute auch auf Begriffe wie «single farm», «single estate» oder «estate grown». Damit ist Kaffee gemeint, der von einer einzigen Farm, «Mill» (Mühle) oder Kooperative stammt. Die Begriffe schränken also noch etwas weiter ein als «single origin».
Einer der grössten Vorteile von Single Origin-Kaffee ist die Rückverfolgbarkeit: Man weiss ziemlich genau, woher der Kaffee stammt. Oft sind die genauen Namen der Produzierenden und Produktionsbetrieben oder Kooperativen sowie zahlreiche andere Informationen zum Anbau und der Verarbeitung des Kaffees bekannt.
Single Origin-Kaffees sind vor oder nach dem Rösten nicht zu einem «Blend» (Mischung) mit anderen Kaffees vermischt worden. Dadurch können die im Kaffee enthaltenen Aromen weniger gut versteckt werden, sollten sie negativ sein. Deshalb empfiehlt es sich, nur qualitativ hochstehende Kaffees, die ihre Aromen nicht verstecken müssen, als «single origin» zu verwenden.


Was bedeutet «Microlot»?
Als «Microlot» oder «Micro Lot» wird eine separat angebaute, gepflückte und verarbeitete Charge von Kaffee bezeichnet. Diese kann von einer oder mehreren verschiedenen Farmen stammen und auf gewisse Faktoren im Anbau eingeschränkt sein, bspw. das Alter der verwendeten Kaffeepflanzen, die Art der Düngung oder Bewässerung, die ungewöhnlichen Wetterbedingungen während einer gewissen Zeit usw. Gewisse Lots entstehen so nicht regelmässig, z.B. jedes Jahr, in der gleichen Art und Weise, sondern sind teilweise einmalige Chargen. Dadurch entsteht eine sehr spezielle Zusammensetzung von Aromen, die sich oft von den Aromen des Kaffees unterscheidet, der in derselben Region mit denselben Kaffee-Varietäten sonst produziert wird.
«Community Lots», «Macrolots» oder «Macro Lots» hingegen weisen oft Aromen auf, die für eine spezifische Anbauregion oder Gruppe von Produzent*innen stehen und eher voraussehbar sind.

Microlots sind nicht zwangsläufig besser als Macrolots, sie weisen aber oft ein aussergewöhnlicheres Aromaprofil auf, was für die Konsumenten zu neuen Genusserfahrungen führt.


Was ist ein «Cupping»?
Als «Cupping» wird die sensorische Evaluation von Kaffee bezeichnet. Dafür werden meist mehrere unterschiedliche Kaffees nach bestimmten Richtlinien gemahlen, das Kaffeepulver in Tassen gefüllt, mit Wasser aufgegossen und schliesslich mit Nase und Mund auf sensorische Merkmale hin evaluiert. Das Cupping dient Grünkaffee-Händler*innen, Röstereien, Q-Grader*innen und weiteren in der Kaffee-Branche tätigen Fachleuten zur Beurteilung und Bewertung von Kaffee und stellt beim Kauf von Kaffee schlussendlich auch die Grundlage im Entscheidungsprozess dar.

Neben der 100-Punkte-Skala der SCA zur Evaluation von Kaffee, gibt es noch einige andere, etwas weniger weit verbreitete Standards, die für spezifische Zwecke verwendet werden. Zum Beispiel gibt es einen separaten Standard für die Cup of Excellence Meisterschaften. Darüber hinaus verwenden viele Röstereien oder Grünkaffee-Händler*innen selbst kreierte Skalen, um den Kaffee nach ihren eigenen Kriterien beurteilen zu können.


Wie wird Kaffee hergestellt?
Kaffee durchgeht von der Pflanze bis zur Tasse einen langen und ziemlich komplizierten Weg, bestehend aus zahlreichen Schritten. Wir haben eine vereinfachte Übersicht dieser Schritte mit Erklärungen zusammengestellt.
Ernte

Kaffee wächst an einer Pflanze bzw. einem Baum, der weisse Blüten und etwas später dann rote Kaffeebeeren produziert. Sind diese Beeren reif, werden sie gepflückt und gesammelt.
Aufbereitung & Trocknen
Die Beeren werden nun verarbeitet und getrocknet. Dabei wird hauptsächlich zwischen drei verschiedenen Aufbereitungsmethoden unterschieden:
«Washed»: Die roten Beeren werden zuerst geöffnet und von ihrer roten Schale getrennt, was oft mit einer Art Mühle geschieht. Aus jeder Beere kommen zwei helle, gelblich-weisse Bohnen, die von einer schleimigen Haut («mucilage») umgeben sind. Diese werden dann entweder im Wasser für ca. 24-36 Stunden fermentiert, wodurch sich die Schleimschicht löst, oder dieser Schritt wird maschinell durchgeführt. Die resultierenden gelben Bohnen werden nun während mehreren Tagen bis Wochen in der Sonne getrocknet.  Die in der Regel positiven Fruchtsäuren kommen in diesen Kaffees oft gut zur Geltung.
«Natural»: Die ganzen Beeren werden getrocknet, ohne vorher geöffnet zu werden. Dadurch bleiben sie länger in der süssen Schicht, die sie umgibt, was in der Regel zu mehr Süsse im Kaffee führt. Erst nach dem Trocknen werden die Beeren geschält.
«Honey» oder «Pulped Natural»: Eine Mischform der beiden ersten Aufbereitungsmethoden. Die äussere, rote Haut der Beere wird entfernt und die Bohnen werden in der gelblich-weissen Schleimschicht bis zu einem Tag, manchmal auch länger, gelagert, bevor diese Schicht abgewaschen und die Bohnen wie bei gewaschenen Kaffees getrocknet werden. Kaffees, die mit dieser Aufbereitungsmethode verarbeitet werden, weisen oft etwas mehr Süsse auf als gewaschene Kaffees, behalten dabei aber noch mehr Fruchtsäuren als Naturals.
Milling
Egal wie der Kaffee aufbereitet wird, am Schluss erhält man immer gelbe Kaffeebohnen, den sogenannten «Parchment Coffee». Dieser geht nun noch durch eine Mühle, wodurch die dünne, gelbe Schicht entfernt wird und die fertige, grüne Kaffeebohne zum Vorschein kommt.
Sortieren
Bevor der Kaffee verkauft werden kann, wird er mithilfe von unterschiedlich grossen Sieben nach Grösse der Bohnen sortiert. Insbesondere bei hochwertigem Kaffee werden danach auch nochmals fehlerhafte Bohnen von Hand aussortiert.
Export & Import
Schliesslich wird der Kaffee in Säcke abgepackt und verkauft – meistens ins Ausland. Dafür gibt es zahlreiche verschiedene Wege, z.B. über Kooperativen, direkt von den Produzierenden zu den Grünkaffee-Händler*innen oder auf direktem Weg zu den Röstereien.
Rösten
In Form von grünen Kaffeebohnen kommt der Kaffee dann auch bei uns in der Rösterei an, wird hier geröstet und abgepackt. Einige Tage später ist er konsumbereit und wird als Espresso oder Filterkaffee zubereitet und konsumiert.


Was ist ein «Peaberry»?
In einer roten Kaffeebeere stecken zwei Kaffeebohnen, die mit verschiedenen Schichten in verschiedenen Farben ummantelt sind, aber schlussendlich den braunen, gerösteten Bohnen entsprechen, die wir mahlen und womit wir schliesslich unseren Espresso oder Filterkaffee zubereiten.

Nun gibt es aber auch Ausnahmen. Wenn nämlich statt zwei nur eine Bohne in einer Kaffeebeere enthalten ist, spricht man von einem «Peaberry». Dazu gibt es viele Mythen und oft werden Peaberries zu viel höheren Preisen verkauft als «normale» Bohnen desselben Kaffees. In Wirklichkeit heben sich Peaberries nicht im Geschmack ab – solange sie gleich verarbeitet werden wie der übrige Kaffee.


Warum trinkt Ihr Filterkaffee?
Filterkaffee? Ist das nicht ein Relikt aus der Zeit bevor es Kapselmaschinen gab? Naja, ganz so einfach ist das nicht. Viele Leute kennen Filterkaffee als diese schwarze Flüssigkeit, die oft stundenlang in einer grossen Kanne steht und ausschliesslich als Koffein-Kick dient. Das kennen wir auch.
Seit einigen Jahren aber wird Filterkaffee auf eine ganz und gar andere Art konsumiert: mit hochwertigem, aromareichem Kaffee, der frisch und nach einem einfachen, aber genauen Brüh-Rezept zubereitet wird. Faktoren wie der Mahlgrad, die Wassertemperatur, die Brühmethode – es gibt heute unzählige verschiedene Filterkaffee-Zubereitungsmethoden, die Brühzeit, viele kleine Details sowie natürlich der verwendete Kaffee spielen eine zentrale Rolle. Das klingt komplex, aber so kompliziert ist es auch wieder nicht und in 2-4 Minuten ist der Kaffee normalerweise fertig gebrüht.

Der Kaffee erscheint nun nicht mehr in dunklem Schwarz, sondern schimmert oft rötlich-braun, erinnert sowohl im Aussehen wie in der Textur eher an Tee. Er schmeckt nicht mehr bitter und verbrannt. Stattdessen sind nun oft subtile Aromen von Schokolade, Caramel, Gewürzen, Beeren, Äpfeln oder anderen Früchten wahrzunehmen. Diese Lebensmittel wurden dem Kaffee nicht beigefügt, die Aromen sind von Natur aus im Kaffee enthalten und werden durch unzählige Faktoren wie Anbauart, -region, Kaffee-Varietät, Röstung und auch Zubereitungsart beeinflusst. Diese Aromen erinnern bloss an die erwähnten Lebensmittel und werden aufgrund ihres ähnlichen Aromas damit beschrieben.


Wie frisch sollte Kaffee sein?

Grundsätzlich ist Kaffee besser, wenn er frisch ist – mit Vorbehalt.

Nach dem Rösten enthält Kaffee viel CO2, das in den darauf folgenden Wochen nach und nach entweicht. Dafür (und nicht etwa, um daran zu riechen) ist auch das Ventil am Kaffeebeutel: CO2 kann aus dem Beutel entweichen, womit dieser nicht aufgeblasen wird, Sauerstoff gelangt aber nicht durch das Ventil in den Beutel, damit wird eine beschleunigte Oxidation verhindert.

Zurück zur Frische. Das CO2 wirkt sich auf die Extraktion des Kaffees aus, insbesondere bei der Zubereitung mit einer Espressomaschine oder einem Vollautomaten sollte zu frischer Kaffee vermieden werden.

Die meisten Kaffees schmecken zwei bis drei Wochen nach dem Rösten am besten. Das gilt sowohl für Espresso- wie für Filter-Röstungen. Danach wird Kaffee nicht sofort schlecht, sondern kann auch noch Monate später grossartig schmecken. Doch nach und nach verliert der Kaffee von Woche zu Woche langsam etwas an Geschmack. Ist der Kaffee bereits gemahlen, verliert er deutlich schneller an Frische, daher sollte der Kaffee möglichst direkt vor der Zubereitung gemahlen werden.

Während Filterkaffees oft problemlos auch schon einen Tag nach dem Rösten getrunken werden und auch grossartig schmecken können, raten wir bei Espresso-Röstungen davon ab, diese in den ersten zwei Wochen nach dem Rösttag zu trinken (falls möglich). Die Espresso-Extraktion wird meist zu stark vom enthaltenen CO2 beeinträchtigt, was oft dazu führt, dass der Espresso zugleich unter- wie auch überextrahiert ist.

Kurz: am besten ist Kaffee 2-3 Wochen nach dem Röstdatum, Espresso-Röstungen wenn möglich nicht vorher trinken.


Weitere Fragen?

Hast du weitere, unbeantwortete Fragen zum Thema Kaffee? Wir versuchen gerne, all deine Fragen zu beantworten, so gut uns das möglich ist.